Jagdverband  Weißeritzkreis e.V.

Jagdverband Weißeritzkreis e.V. - unsere Interessenvertretung zwischen Wilsdruff und Altenberg!

Beratung zum Abschlußbericht "Sachsenweite Evaluierung der Situation der Hegegemeinschaften und Vorschläge zu deren Weiterentwicklung"

Am 07. Juni 2016 waren neben weiteren der Vorstandsvorsitzende der HG Beerwalde Peter Schlottke und der stellvertretende Vorsitzende der HG Osterzgebirge Carsten Geißler zu einer gemeinsamen Beratung der Oberen Jagdbehörde mit weiteren Hegegemeinschaftsleitern, LJV-Präsident und beiden Stellvertretern, ÖJV-Vorsitzendem und Oberster Jagdbehörde nach Pillnitz eingeladen.


Abschlußbericht Evaluation Hegegemeinschaften
Evaluation der Hegegemeinschaften in Sachsen

Dort stellten Dr. Denie Gerold und Dr. Friedhart Werthschütz ihre Studie, finanziert aus Mitteln der Jagdabgabe, vor, die die Hegegemeinschaften insgesamt in Sachsen erfassen sollte, deren Status, Tun und Handeln darstellt, und die Probleme vor Ort und Kommentar zu jagdlichen und fachlichen Problemstellungen einmal komplex hinterfragen sollte.

Unter anderem waren die Ergebnisse der Studie, in der von offenbar 37 existierenden Hegegemeinschaften in Sachsen sich 32 die Mühe machten, den vielseitigen Fragebogen auszufüllen, folgende:

  • die rechtliche Situation und Stellung der Hegegemeinschaften ist deutlich zu schwach
  • Befugnisse/Empfehlungen von HGs müssen für alle Reviere im Wirkungsbereich verbindlich sein.
  • Verordnungen und Erlässe müssen eine "resultierenden" verpflichtende Mitgliedschaft schaffen.
  • die finanzielle Absicherung von Hegegemeinschaften als "Kinder des Gesetzgebers" ist unzureichend.
  • Abschussmeldungen zum 10.04. sind abzulehnen, Abschussmeldungen müssen monatlich an UJB/HG erfolgen.
  • Empfehlungen der HG im Jagdbeirat der Landkreise müssen verbindlich sein.
  • es wird eine Förderung auch dieses Ehrenamts gefordert (Zeitansatz!!!)
  • Bewegungsjagden im Januar sind per Verordnung auszuschließen

Die Veranstalter, die Obere Jagdbehörde, vertreten durch Frau Müller und Herrn Birka, sowie die Oberste Jagdbehörde, vertreten durch Herrn Gutzer, verkündeten nach Darstellung der Ergebnisse durch Dr. Gerold gleich unisono, aber jeder für sich, dass man über die rechtliche Stellung hier nicht diskutieren brauche, da diese Institutionen daran sowieso nicht ändern könnten.

Fragt sich nur, welches Podium die Hegegemeinschaften denn alternativ haben, um die schwache Situation und resultierende Probleme Richtung Staatsministerium zu verdeutlichen?!

M
anche(r) Jäger und Interessierte war vielleicht zum damaligen Rotwildsymposium in Radebeul, Carsten Geißler von der HG Osterzgebirge war vor 3 Jahren noch zu selbigem in Warnemünde.

Jeder, der dort den Vortragenden -meist Wissenschaftlern, oft aus verschiedenen europäischen Ländern- zuhört, musste zu der Erkenntnis kommen, dass es mit der Freiwilligkeit eben dann nicht getan ist, wenn es z.B. um Egoismen geht, die mancher Zeitgenosse noch glaubt in "seinem" Jagdrevier ausleben zu können, oder eben auch um die Einordnung von großen Abschussplänen (klar, auch Bundes- und  Landesforstverwaltung) in eine gesamte Populationssteuerung.

An jeder dieser Stellen muss man gezwungen sein, zu diskutieren und Lösungen zu finden, aber das ist eben bei der hiesigen Freiwilligkeit nicht gegeben.

Dass die Sichtweise der HGs auf diesen Umstand unterschiedlich ist, hängt sicherlich mit den regionalen Besonderheiten zusammen. Aber wir sehen an den Forderungen der Evaluierung in Sachsen,  sowie am Beispiel Rheinland-Pfalz und einigen weiteren Bundesländern, dass dort, wo insbesondere eben Rotwild-Populationen und deren Lebensraum zu steuern sind, Rotwild-Hegegemeinschaften Pflicht sind bzw.hier werden sollten. Die Forderung liegt klar auf dem Tisch.

Es geht nicht nur um Abschußplanung, sondern um Lebensraumverbesserung, Ruhezonen, Jagdmethoden, Besucher- und Tourismuslenkung.

In unserer HG Osterzgebirge ist die Situation sicher günstig:

  • wir haben in den letzten Jahren 2 Lebensraumprojekte realisiert,
  • wir haben eine Homepage www.jagd-osterzgebirge.de,
  • wir haben zwei Gruppenabschußpläne (VJB und EJB/GJB - auch so eine Fehlkonstruktion!) die wir intensiv miteinander beraten, und woraus wir die Rot-, Muffel- und Damwildpopulation steuern,
  • wir haben eine 2013 erneuerte Satzung
  • sowie eine seit 2013 eine Beitragssatzung;
  • wir haben eine intensive und gute Zusammenarbeit mit der UJB

--->unsere HG Osterzgebirge funktioniert bei allen Hakeleien bezüglich der Abschusszahlen und der Jagdmethoden im Januar vorbildlich, das erkennt sogar die Obere Jagdbehörde an (Einwurf Herr Birka).

Aber: egal wie und was wir diskutieren, Stückzahl, Jagdmethode, Nachtjagd, Fütterungskonzept oder sonst etwas --  wir haben keine Durchschlagskraft von Mehrheitsbeschlüssen und keine Verbindlichkeit unserer Empfehlungen, wir sind in der Tat "zahnlose Tiger", niemand muss sich einordnen, jeder kann -wenn er will- gehen.

Und weder Untere noch Obere Jagdbehörde muss unsere Empfehlungen in Bescheide übernehmen.

Wenn dieses Grund-Übel nicht zuerst wenigstens erkannt und in das SMUL transportiert wird, wird zumindest der Autor, stellvertr. Vorsitzender Carsten Geißler, an diesen Beratungen nicht mehr teilnehmen.

Autor: Carsten Geißler


Versammlung der Hegegemeinschaft am 04.04.2017 um 18 Uhr in Ulberndorf

Die Hegegemeinschaft Osterzgebirge hatte ihre Versammlung und satzungsgemäß eine Wahlversammlung des Vorstandes am Dienstag, 04.04.2017 um 18.00 Uhr im Lindenhof Ulberndorf.

Hierbei wurde folgendes berichtet/gewählt:

1.) Vorstellung Methoden und Einzelerkenntnisse des Rotwild-Projektes des Staatsbetriebes Sachsenforst / TU Dresden Forstzoologie mit Dr. Stier, Klaus Polaczek und Frau Tröber (SBS)

2.) satzungsgemäße Wahlen des Vorstandes der Hegegemeinschaft (4 Mitglieder aus EJB und GJB).

Gewählt wurden Norman Moucha, Carsten Geißler, Kurt Reichel und Heinz Günther als Vorstandsmitglieder von EJB/GJB.
Als Vorsitzender wurde Norman Moucha bestimmt, als Stellvertreter Carsten Geißler. 
Vom Forstbezirk Bärenfels werden weiterhin Wolfram Gläser und Eckhard Heinze in den Vorstand der Hegegemeinschaft delegiert.

3.) Vorstellung Abschusszahlen 1. Jagdjahr der Dekade

Gruppenabschusspläne Forst und EJB/GJB zusammen:

Rotwild männlich AK0=39, AK1=41, AK2=34, AK3=10, AK4=2 Stück, zusammen 126 Stück Rotwild männlich
Rotwild weiblich AK0=38, AK1=29, AK2=37, zusammen 104 Stück Rotwild weiblich

Muffelwild männlich AK0=3, AK1=7, AK2=14, AK3=3, zusammen 27 Stück Muffelwild männlich

Muffelwild weiblich AK0=10, AK1=4, AK2=11, zusammen 25 Stück Muffelwild weiblich.

Autor: Carsten Geißler


Petition zur Stärkung der Hegegemeinschaften in Sachsen

Der Petitionsausschuß im sächsischen Landtag hat mit CDU-Mehrheit die über 8.000 - Unterschriften-Petition zum Umgang mit dem Rotwild im Erzgebirge abgelehnt, mit der Begründung (zum Ansehen Anklicken), dass das Rotwild im Erzgebirge nicht bedroht sei, und der Staatsbetrieb Sachsenforst über den Vorbildlichkeits-Erlaß zu einer vorbildlichen Bejagung auch des Rotwildes angehalten sei - wer die Seiten 2 bis 7 geschrieben hat, darüber mache sich jeder sein eigenes Bild.

Nunmehr liegt eine neue Petition auf https://www.openpetition.eu/petition/online/rotwild-im-erzgebirge-braucht-deine-hilfe vor. Diese zielt darauf, die Rechtslage in Sachsen betreffend der Wildbewirtschaftung deutlich zugunsten der bestehenden Hegegemeinschaften zu verändern - auch das Jagdgesetz über eine Novelle "anzufassen".

Jeder Jäger und jeder Angehörige kann sich selber ein Bild machen, und entscheiden, ob er die neue Petition zeichnet, die darauf abzielt, die Rechtslage insofern zu ändern, dass wieder ein Gleichgewicht und Interessenausgleich entsteht, und kein "Staat im Staate" unkontrolliert machen kann, was er betriebswirtschaftlich für richtig hält:

Näheres sehen Sie hier:











Versammlung der HG Osterzgebirge am 16.Juni 2016

Auf der Versammlung der HG Osterzgebirge am 16. Juni 2016 in Reichstädt hat der Vorstand der Versammlung die Abschusszahlen und die Populationsentwickung seit 1992 bis 2016 an die Wand gebeamt.

Ebenso wurden für den Forstbezirk die ermittelten Abschusszahlen des Rotwildes der letzten Jahre nach folgenden Gliederungen dargelegt:

1.)nach Jahreszeit: in welchem Raum auf der Landkarte wurde die Strecke im August/September/Oktober erbracht, in welchem Gebiet im November/Dezember und wo erst im Januar?

2.)nach Regionen: in welche Bejagungsräume gliedert sich der Forstbezirk nach Höhenlage, zeitlicher Bejagung, Jagdart und wie stellen sich dort die Schälschäden differenziert nach Sommer- und Winterschäle dar?

3.)nach Jagdart: welche der Bejagungsräume bringen ihre Strecke mit Ansitzjagd, welche mittels Bewegungsjagden?

Auffallend ist hierbei, dass gerade im flacheren Gebiet der HG, in den Ausläufern Richtung Dippoldiswalde/Oberfrauendorf/Johnsbach die Strecken überwiegend im JANUAR mittels Bewegungsjagden erbracht werden, hier aber die Winter-Neuschäle besonders hoch ist. Vorstandsmitglied Carsten Geißler stellte dies im Vortrag in kausalen Zusammenhang (Energiebedarf im Sparmodus), was jedoch vom Forstbezirk verneint wird.

Abschusskoordinator Geißler präsentierte die Planungen des Vorstands für die kommende 3-Jahres-Periode, und verwies darauf, dass gerade die Reviere aus EJB und GJB die Planungen in die Höhe getrieben hätten. Er verwies wiederholt darauf, dass die wenigen Reviere im Wirkungsbereich der HG, die nicht Mitglied der HG sind, dieser beitreten sollten, und nach Möglichkeit am Gruppenabschußplan teilnehmen sollten, um unnötige Überplanungen zu vermeiden.

Nach wenigen Rückfragen wurde die 3-Jahres-Planung des Vorstands einstimmig angenommen:

Rotwild:

gesamt 1.224 Stück, davon GAP Forst 550 Stück, GAP EJB/GJB 393 Stück, Einzelplanungen 285 Stück

Muffelwild:

gesamt 259 Stück, davon GAP Forst 80 Stück, GAP EJB/GJB 170 Stück, Einzelplanungen 9 Stück

Damwild:

GAP EJB/GJB 15 Stück

Inzwischen nehmen 22 Reviere am Gruppenabschußplan der Hegegemeinschaft teil, Vorteil für die Reviere ist die Bejagbarkeit nach örtlichem Vorkommen, die Reviergebundenheit des männlichen Rotwildes AK 2, 3 und 4 bis in das 3. Jagdjahr (Ausschluß von Trophäenneid), und die erhebliche Kostenersparnis gegenüber Einzelplänen.

Den meisten "Verwaltungskram" erledigt der Abschußkoordinator der HG.

Interessante Grundlagen berichtete Carsten Geißler von der Sitzung des Jagdbeirats bei der Unteren Jagdbehörde:

Strecken gesamter Landkreis SSOE ohne Staatsbetrieb Sachsenforst von 2013-2016:

Rotwild:          859 Stück (+20 Stück)

Muffelwild:       573 Stück (+284 Stück)

Damwild:          58 Stück (+25 Stück)

Schwarzwild: 9.668 Stück (+275 Stück)

Rehwild:       8.516 Stück (+475 Stück)

Abschußkoordinator Geißler wurde vom Vorsitzenden Norman Moucha beauftragt, die Planungen nunmehr bei der Unteren Jagdbehörde einzureichen, was dieser am 20.06.16 erledigt hat.

Der Vorstand

Der Rothirsch als Lebensraumgestalter: Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt das Naturphänomen

Welche Rolle spielt Rotwild in der Natur? Die Antwort hängt davon ab, wen Sie fragen. Für die einen ist der Hirsch im Wald eine Art „Elefant im Porzellanladen“: Also ein Schädling, den es zu bekämpfen gilt. Für die anderen ist Rotwild Teil des Ökosystems; ein „Natur-Gestalter“, ohne den andere Arten nicht existieren würden.
Das 8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung findet vom 7. – 9. Juli 2016 unter dem Titel „Der Rothirsch als Naturschützer“ in Baden-Baden statt.

Im Februar stehen selbst Platzhirsche plötzlich „oben ohne“ da! Der Abwurf des Geweihs ist mit dem Tiefstand des Sexualhormons Testosteron verbunden. Knochenfressende Zellen, sogenannte Osteoklasten, haben den Knochen zwischen Geweih und Stirnzapfen zerstört. Die Geweihstange löst sich und fällt ab.


Was für den Rothirsch zunächst ein Verlust ist, bringt vielen anderen Wildtieren einen Gewinn. „Mäuse, Eichhörnchen und Füchse knabbern an dem Geweihknochen, um an die wertvollen Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie Spurenelemente wie Eisen zu gelangen“, sagt Dr. Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Nicht nur Nager haben Hirschgeweihe zum Fressen gern.“ Die durch die Zersetzung der Abwurfstangen frei werdenden Mineralstoffe sind typische Bestandteile zur Bodendüngung und damit ein kleiner aber wertvoller Stein im Baukasten der Natur.


In dem immerwährenden Kreislauf von Werden und Vergehen bekommt auch der Rothirsch seine „Krone“ zurück. Schon bald nach dem Abwurf beginnt der Knochen erneut zu wachsen. Was sich jetzt in nur 140 Tagen abspielt, verblüfft bis heute die Wissenschaftler: Der Rothirsch bildet in kürzester Zeit so viel Knochenmasse, dass bis zum Spätsommer ein komplett neues Geweih gewachsen ist. Dieser Prozess der Geweihbildung wird von Humanmedizinern erforscht, um Brüche und Knochenerkrankungen bei Menschen in Zukunft besser und schneller zu heilen.


Das 8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung fand vom 7. - 9. Juli in Baden-Baden statt. Informationen finden Sie auf www.Rothirsch.org