Jagdverband  Weißeritzkreis e.V.

Jagdverband Weißeritzkreis e.V. - unsere Interessenvertretung zwischen Wilsdruff und Altenberg!

 

Wirkungsmechanismus von Wildwarnreflektoren weiterhin unklar

Vorgestellte Studien zeigen, dass blaue Reflektoren die Zahl der Wildunfälle senken können, die Wirkweise ist allerdings umstritten. Rund 200 Experten nahmen an der Fachtagung von ADAC und DJV teil.

(Berlin, 14. Dezember 2017) "Reflektoren wirken / nicht": Am Rande der Messe Pferd und Jagd trafen sich Anfang Dezember 2017 rund 200 Experten aus Wissenschaft, Behörden und Verbänden, um über die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren zu diskutieren. Wissenschaftler des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden stellten das Ergebnis einer Langzeitstudie aus Schleswig-Holstein vor, die ADAC, DJV und weitere Partner unterstützt haben: Auf den mit Reflektoren ausgestatteten Strecken wurden im Schnitt 60 Prozent weniger Wildunfälle registriert. Während vier Jahren trat weder ein Gewöhnungseffekt noch eine Verlagerung des Unfallgeschehens auf. Über ähnlich hohe Rückgänge bei Wildunfällen berichteten die Initiatoren der Aktion Lichtzaun in Baden-Württemberg, die auf 4.000 Straßenkilometern Reflektoren angebracht hatten. Ein Langzeitprojekt der Universität für Bodenkultur Wien kommt zu dem Schluss: Wenn der richtige Reflektor richtig eingesetzt, montiert und gewartet wird, dann wirkt er. Jäger, Verwaltung, Polizei und Tierschützer müssten mehr kooperieren um Unfälle effektiv zu reduzieren.

Deutlich kritischer beurteilten Vertreter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV), Technische Universität (TU) Dresden sowie Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren. Der FVA-Wissenschaftler wies nach, dass die Farbe Blau für Rehe keine Warnfarbe ist. Bei verschiedenen Versuchen zeigten die Tiere keine Verhaltensänderung oder gar einen Fluchtreflex. Der GDV-Vertreter konnte noch keine Ergebnisse der eigenen Untersuchung präsentieren, verwies aber auf internationale Studien, die mehrheitlich keine Wirksamkeit von Reflektoren nachweisen konnten. Die lichttechnische Untersuchung der TU Dresden hatte zum Ergebnis, dass Wildwarnreflektoren überhaupt keine für Wildtiere wahrnehmbaren Lichtreflexe in den Straßenseitenraum abstrahlen können. Allerdings hat eine kleine Befragung unter Autofahrern ergeben, dass 70 Prozent aufmerksamer oder langsamer fahren, wenn sie Reflekoren wahrnehmen. Bei künftigen Forschungsprojekten sollte der Faktor Mensch entsprechend stärker berücksichtigt werden.

Einig waren sich die Teilnehmer der Tagung, dass es nicht die eine Präventionsmaßnahme gibt, die für alle Situationen geeignet ist. Vielmehr müsse je nach Verkehrssituation und Rahmenbedingungen ein Maßnahmenpaket geschnürt werden. Beispielsweise sollten Fehler bei der Straßenrandbegrünung vermieden werden. Attraktive Futterpflanzen wie Hartriegel oder Obstbäume wirken wie ein Magnet auf Rehe und andere Pflanzenfresser, ebenso viele Kräuter- und Grasmischungen. Hier sollten Pflanzen mit hohem Bitterstoffgehalt zum Einsatz kommen. Ähnliches gilt auch für Streusalz. Teilnehmer äußerten die Sorge, dass die Straßenbauverwaltungen auf Grundlage der vorgestellten Untersuchungen die Duldung von Wildwarnreflektoren widerrufen könnten. Auch wenn die Wirkweise nicht abschließend geklärt sei, könne eine Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Eine Tierschützerin ergänzte, dass jeder verhinderte Wildunfall als Erfolg gewertet werden muss.

Am Rande der Fachtagung stellte der DJV das Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de) vor: Über Internet und App können Verkehrsteilnehmer Wildunfälle melden. Sogar ein Foto lässt sich für die bessere Bestimmung des Wildtieres hochladen. Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. So sollen Wildunfallschwerpunkte ermittelt und schließlich entschärft werden. Mehr als 40.000 Datensätze liegen inzwischen bundesweit vor.

Die Vorträge aus der Fachveranstaltung gibt es beim ADAC zum Herunterladen: http://bit.ly/WU-Tagung_Vorträge

Eine Videoaufzeichnung der abschließenden Podiumsdiskussion gibt es auf der DJV-Facebookseite: http://bit.ly/WU-Tagung_Video

Eine Fotostrecke mit wichtigen Zitaten der Experten gibt es hier: http://bit.ly/WU-Tagung_Fotos

Quelle: DJV

Sächsischer Landesbauernverband e.V. fordert Wolfsabschuß

LAGJE und SLB sprechen sich für Begrenzung des Wolfsbestandes aus

Nach Auffassung von Gunther Zschommler, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Sachsen (LAGJE) und Landwirt aus Großschirma, kann und muss die Zahl der Wölfe in Deutschland und in Sachsen schon jetzt begrenzt werden. Man gehe mittlerweile deutschlandweit von mehr als 1.000 Wölfen in 62 bis 64 Rudeln aus. Diese Zahl entspreche nach Auffassung von Experten, wie dem bekannten Wildbiologen Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel (Stahnsdorf) schon einem „guten Erhaltungszustand“, sodass der strenge EU-Schutzstatus aufgehoben werden könne. Der Bestand müsse wie beispielsweise in Schweden, Estland, Russland und Frankreich auch in Deutschland planmäßig bejagt werden. Es muss klar sein, wie mit „auffälligen Wölfen“ umgegangen werden soll.

Vor diesem Hintergrund wird es demnächst zu einem Treffen von Vertretern verschiedener sächsischer Landnutzerverbände kommen, um das weitere Vorgehen in Sachen Wolf zu besprechen. Dabei steht für Zschommler auch der weitere Verbleib in der "Berner Konvention" zur Disposition, denn wenn Artenschutz mit Individuenschutz verwechselt wird, muss dringend nachgesteuert werden.

Vor diesem Hintergrund fordern der Sächsische Landesbauernverband e.V. sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Interesse seiner tierhaltenden Landwirte, sowie der Grundstückseigentümer folgendes:

1. Eine strikte Begrenzung der Wolfsregionen auf äußerst dünn besiedelte Gebiete wie ehemalige Tagebaue oder Truppenübungsplätze mit der Konsequenz des Abschusses von Wölfen, die diese Territorien verlassen.

2. Regionale Bestandsobergrenzen in den Wolfsregionen unter Beachtung der Nutztierhaltung müssen definiert werden.

3. Überhöhte Populationsdichten des Wolfes zum Zwecke des Schutzes landwirtschaftlicher Nutztiere und wild lebender Tierarten zu reduzieren.

4. Wölfe der Natur zu entnehmen, die sich an geschützten Nutztieren vergreifen und sich durch das Ablegen ihrer Scheu landwirtschaftlichen wie auch Wohnsiedlungen häufig nähern.

5. Eine 100-prozentige und unbürokratische Entschädigung aller im Zusammenhang mit geforderten Herdenschutzmaßnahmen und Übergriffen durch Wölfe in der Nutztierhaltung entstehenden Aufwendungen und Schäden.

6. Eine vom Freistaat Sachsen voll zu finanzierende Versicherung gegen Schäden, die durch Ausbrüche von Herden aus gesicherten Weiden in den begrenzten Wolfsregionen entstehen.

Quelle: Medieninformation des Sächsischen Landesbauernverbandes e.V. vom 15. November 2017


Seniorentreffen im Lindenhof

Auf Einladung des Vorstandes trafen sich 16 Senioren im Beisein von Herbert Reichel, Heidi Gärtner und Bernd Hänel in der Lindenstube im Lindenhof.

Ein Vortrag über unsere heimischen Tagfalter von Frau Susanne Ziemer vom LPV zeigte die Vielfalt der Arten und informierte über die Lebensräume und Schutzmöglichkeiten für die Schmetterlinge.

Unsere älteren Mitglieder beschäftigen die folgenden Themen.

·        Welche Verantwortung haben die Mitglieder des Jagdverbandes für die Verbandsarbeit?
·        Prof. Mißbach interessierte die Arbeit des Präsidiums des Landesjagdverbandes!
·        Wer kann Ehrenmitglied im Jagdverband werden und wer macht Vorschläge?
·        Wer Grün wählt, wählt den Wolf. Der Wolf wird in seiner Wirkung unterschätzt!
·        Wo es in der Nähe von Wohnanlagen wilde Komposthaufen gibt, gibt es auch Waschbären!
·        Wie werden neue Mitglieder für den Verband geworben?
·        Wie erfolgt die Aus- und Weiterbildung der Jäger? 

Zur Jagdschule Weißeritzkreis informierte Rüdiger Patitz die Anwesenden mit der Bitte, besonders an den Jägernachwuchs aus den eigenen Reihen zu denken.

Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen schauten die über achtzigjährigen Jäger auf ein erfülltes Jägerleben zurück.
Es ist davon auszugehen, dass 2018 wieder ein solches Treffen organisiert wird.


Fachvotrag Frau Ziemer


interessierte Zuhörer


interessierte Zuhörer



Jahreshauptversammlung des Jagdverbands Weißeritzkreis e.V.

Am Freitag, 01. September fand die Jahreshauptversammlung des Jagdverbands Weißeritzkreis e.V. im Lindenhof in Ulberndorf statt.

Nach der Eröffnung der Versammlung (leider nur 75 anwesenden Mitglieder) durch den Bläserchor Wilsdruffer Land und den WG Geißler, der die Versammlung moderierte und die Gäste begrüßte, übernahm Vorsitzender Bernd Hänel das Gedenken an die verstorbenen Weidgenossen, denen von den Bläsern das letzte Halali erbracht wurde.

Im Anschluß referierte Prof. Pfeffer aus Leipzig über das Projekt der Uni Leipzig zur intensiveren Erforschung des FSME-Virus in Sachsen, und erbat die Einsendung möglichst vieler Rehdecken über die Bürgerbüros und das Veterinäramt des LRA an sein Institut. Am Ende der Versammlung wurden "Forschungspacks" ausgegeben (Tüten, Verschlüsse, Beschriftungen) die eher zuwenig waren. Die Bereitschaft unserer Jägerschaft zur Mitarbeit an solchen Projekten ist erfreulicherweise vorhanden.

Den Fachvortrag von Prof. Pfeffer finden Sie hier:



Daraufhin berichtete Frau Hesse, Veterinärin beim LRA Sächsische Schweiz/Osterzgebirge über den aktuellen Stand der ASP und die Vorbereitungen bei einem Auftreten in Sachsen. Leider blieb unklar, wer die entsprechenden Desinfektionsmittel für Mensch und Fundplätze bezahlt und wie sie zur Jägerschaft gelangen; ebenso Säcke zwecks Kadaverentsorgung, Containerstellung etc. Diese Aussagen fehlen offensichtlich seitens der übergeordneten Behörden.





Hier Bilder zur Probennahme:


Hier einige Downloads und Bilder:

-wie entnehme ich die Probe korrekt

-Probenbegleitschein zum Runterladen und Ausfüllen

-Antrag auf die "Probenprämie" zum Runterladen und Ausfüllen



Antrag Prämie Tupferprobe Totfund
Schwarzwild Antrag IBAN-zum Ausfüllen.pdf (133.08KB)
Antrag Prämie Tupferprobe Totfund
Schwarzwild Antrag IBAN-zum Ausfüllen.pdf (133.08KB)


Probenbegleitschein Schwarzwild Tupfer Totfund
Schwarzwild Probenbegleitschein ab 2017_09-GHVS.doc (61KB)
Probenbegleitschein Schwarzwild Tupfer Totfund
Schwarzwild Probenbegleitschein ab 2017_09-GHVS.doc (61KB)



Mit dem neuen Erlass des SMS vom 18.09.2017-Monitoring KSP/ASP bei Wild- und Hausschweinen, gültig ab 19.09.2017 wurde offiziell die Bluttupfer für die Beprobung von Fall- und Unfallwild bekanntgegeben. Ich möchte Sie bitten, alle Jagdausübungsberechtigte mit diesen Bluttrockentupfer auszustatten und nähere Anweisung über die Durchführung der Beprobung zu unterrichten. Veterinärin Frau Hesse weist nochmals auf folgende Punkte hin:

1. Das passive Monitoring von Fall- und Unfallwild ist essentiell für das Frühwarnsystem bei der Überwachung der KSP und ASP beim Schwarzwild!!!

2. Der JAB ist verpflichtet gemäß Schweinepest- Monitoring-Verordnung diese Proben zu erbringen!

3. Die Wildschweine müssen – solange kein Verdacht auf eine ansteckende Krankheit vorliegt – nicht entsorgt werden.

4. Die Bluttupfer sind NUR beim Fall- oder Unfallwild anzuwenden.

5. Bei Beprobung des Fall- oder Unfallwild erhält der JAB 10,00€ Aufwandsentschädigung, sofern geeignetes Probenmaterial  erbracht worden ist.

6. Bei der Beprobung, unabhängig ob Blut-, Organ- oder Tupferprobe entnommen werden, sind hygienische Standardmaßnahmen durch den JAB einzuhalten, um eine Verschleppung von Krankheitskeimen durch den Jäger zu verhindern. 

Das Probenkontingent für gesund erlegte Wildschweine ist erfüllt. Ob und in welcher Höhe Gelder für weitere Aufwandsentschädigungen für Proben von gesund erlegten Wildschweinen bereitgestellt werden, wird je nach Probenaufkommen und Haushaltslage durch das SMS  am Jahresende entschieden werden.

Bitte Frau Hesse kontaktieren christin.hesse@landratsamt-pirna.de oder 03501 515-2432 um das erforderliche Material zu erhalten.

 

LJV-Präsidiumsmitglied Gordon Knabe berichtet über die Arbeit im LJV-Präsidium, seine Worte fanden große Zustimmung.

Nächster TOP war der Rechenschaftsbericht des Vorstandes durch Vorsitzenden Bernd Hänel, der letztlich nochmals anmahnte, die Kreisjägerschaft möge sich Gedanken machen, wer die 4 "alten" Vorstandsmitglieder in 2018 ersetzen will, die für diese ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Es folgte der Bericht der Finanzmeisterin Undine Bourgeois, an welchem kein Diskussions- oder Handlungsbedarf ersichtlich war. Die Versammlung entlastete anschließend den Vorstand. Der Betragserhöhung zum Jagdverband um 5 Euro ab dem Jahr 2018 aufgrund einer Beitrags-Anteilserhöhung des Deutschen Jagdverbandes e.V., wurde mit Mehrheit zugestimmt. Weidgenosse Carsten Geißler, einer der fünf sächsischen Delegierten zum Bundesjägertag 2017 in Warnemünde, stellte im Anschluß die wesentlichen dort erörterten und vertieften Punkte dar, seinen Vortrag finden Sie hier.

Die wesentlichen Themen mit den zugehörigen Downloads, bitte jeweils zum Download anklicken:

1.)Fellwechsel GmbH und Fellwechsel Abgabeformular

2.)WILD Wildmonitoring der Länder Deutschlands Jahresbericht 2015

3.)Wild-auf-Wild mit Verkaufsbroschüre, DJV-Preisliste W-a-W, Rezeptbroschüre Barbeque W-a-W

4.)Tierfundkataster Broschüre

Er stellte aber nicht nur die Ergebnisse des BJT zum Positionspapier Jagd des DJV, zu WILD -Wildmonitoring der Länder-, zu Fellwechsel GmbH, zum Projekt Wild-auf-Wild und zum Tierfundkataster (App TFK_DE) dar, sondern schlug über die auch auf dem BJT angemahnten Forderung nach ständiger Aus- und Fortbildung der Jäger einen Bogen zur Jagdschule Weißeritzkreis, die hervorragende einzelne Bausteine zur Weiterbildung auch für gestandene Jäger bietet.


Autor + Fotos: Carsten Geißler


Jäger verabschieden Grundsatzposition Jagd

Die Delegierten des Bundesjägertags 2017 haben einstimmig eine Grundsatzposition Jagd verabschiedet. Auch zur Zukunft des Monitoring-Programms WILD und zur Fellwechsel GmbH wurden Beschlüsse gefasst. Auf der abschließenden Podiumsdiskussion haben Politiker im Hinblick auf die Bundestagswahl ihre Positionen dargelegt.

(Berlin, 29. Juni 2017) Die rund 250 Delegierten haben auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde eine umfassende Grundsatzposition Jagd einstimmig beschlossen. Diese befasst sich mit grundlegenden Fragen, unter anderem mit dem Verhältnis von Jagd zu Tierschutz, mit Eigentum, Ausbildung, traditionellen Grundlagen der Jagd und mit Einzelfragen wie dem Umgang mit invasiven Arten, Jagdhunden und Wildschäden. Das Papier wurde in einem langen Diskussionsprozess innerhalb des Verbandes entwickelt, in den auch die Organisationen auf Kreisebene einbezogen waren.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Bundesjägertages 2017 war die Weiterentwicklung des WILD-Monitorings. Ein entsprechender Beschluss sieht vor, dass der DJV das Programm auf Bundesebene weiter ausbaut, da nur langfristige Datenreihen belastbar sind in der politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion. Maßnahmen sollen entwickelt werden, um Jäger weiterhin für die anspruchsvolle Datenerhebung zu begeistern. Die Landesjagdverbände sind aufgerufen, den Aufbau staatlicher Monitoringsysteme kritisch zu begleiten und inhaltlich mitzugestalten. "Wir dürfen uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen. Es geht um nicht weniger als die Deutungshoheit für die künftige Ausrichtung der Jagd. Dafür benötigen wir fundierte Zahlen", betonte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Die Delegierten haben den entsprechenden Beschluss einstimmig gefasst, der einen Tag zuvor in einem Workshop von rund 100 Teilnehmern erarbeitet wurde.

Die Delegierten haben ebenfalls einstimmig einen Beschluss zur nachhaltigen Nutzung von Fellen aus heimischer Jagd gefasst. Darin bekennen sich die Jäger zur regionalen, nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen für die Fertigung ökologisch hochwertiger Pelzprodukte. Die Abbalgstation für das Projekt Fellwechsel soll bereits in der kommenden Wintersaison ihren Betrieb aufnehmen. Felle von Raubsäugern aus heimischer Jagd sollen dort verarbeitet werden, Ziel ist deren lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten wie Waschbär und Marderhund fordern die Delegierten eine finanzielle Unterstützung von der Politik, etwa für Kühltruhen oder Fanggeräte, da mit dem Projekt Fellwechsel umweltpolitische Ziele maßgeblich unterstützt werden.

Weitere Forderungen an die Adresse der Volksvertreter: eine Aufhebung sämtlicher Einschränkungen für die Bau- und Fangjagd sowie ein klares Bekenntnis zur Fellnutzung aus nachhaltiger Jagd. "Jeder Jäger ist angesprochen, mitzumachen. Raubsäuger bejagen und hochwertige Felle liefern, dass ist Artenschutz mit Mehrwert. Durch die lückenlose Nachverfolgbarkeit der Felle haben wir als Jäger ein Alleinstellungsmerkmal, das wir nutzen müssen", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann. "Fellwechsel ist ein Angebot an den Natur- und Artenschutz, das Thema konsumtive Nutzung ernst zu nehmen und Produkte mit hervorragender Ökobilanz zu erzeugen."

Die Politik müsse sich zu diesem nachhaltigen Ansatz bekennen und dürfe nicht Tierrechtlern auf den Leim gehen, die dem Verbraucher weis machen wollen, dass Pelz per se schlecht sei. "Wir Jäger lehnen tierschutzwidrige Zustände ab, wie sie teilweise in der asiatischen Pelzproduktion herrschen", so Dr. Friedmann. Diese hätten aber nichts gemein mit Fellen aus der heimischen Jagd. Zudem sei "Fell statt Faserpelz", ökologisch betrachtet, die eindeutig bessere Wahl.

Weitere Infos:

Download "Grundsatzposition Jagd"

Download "Projekt WILD Beschluss"

Download "Projekt Fellwechsel Beschluss"



Jäger sind moderner als ihr Ruf

DJV stellt erstmals Daten zum Waidwerk in Deutschland vor

(Berlin/Wolfsburg, 10. Juni 2016) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat erstmals in einer repräsentativen Befragung soziodemographische Daten zu Jagd und Jägern erhoben: Demnach ist der Durchschnittsjäger in Deutschland 57 Jahre alt und ist in drei von vier Fällen verheiratet. Die Durchschnittsjägerin ist 51 Jahre alt und in einem von zwei Fällen verheiratet. Derzeit gibt es bundesweit im Schnitt 7 Prozent Jägerinnen. Doch in den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung sitzen heute bereits 20 Prozent Frauen.


Querschnitt der Bevölkerung

Jägerinnen und Jäger kommen aus der Mitte der Gesellschaft: Etwa 6 Prozent der Jäger sind Schüler, Studenten oder Auszubildende (Gesamtbevölkerung in Deutschland: 6 Prozent), 37 Prozent sind nicht oder nicht mehr berufstätig (42 Prozent) und 57 Prozent sind berufstätig in Voll- oder Teilzeit (52 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei der Berufsverteilung: 23 Prozent (Gesamtbevölkerung: 32 Prozent) sind Angestellte oder Beamte, 13 Prozent (12 Prozent) leitende Angestellte oder Beamte im höheren Dienst, 10 Prozent  (3 Prozent) sind selbständig, 6 Prozent (1 Prozent) in der Land- und Forstwirtschaft tätig und 5 Prozent (4 Prozent) sind Freiberufler.


Familiäre Werte und Eigenverantwortung

Wer zur Jagd geht, lebt traditionelle Werte: 90 Prozent der Jägerinnen und Jäger geben an, in einem Mehrpersonenhaushalt zu wohnen. Im Bundesschnitt sind es nur 59 Prozent. Drei Viertel aller Jäger sind verheiratet (Gesamtbevölkerung: 55 Prozent) und nur etwa 16 Prozent Single (28 Prozent). Jäger tragen Verantwortung für die Gesellschaft: 41 Prozent aller Waidmänner engagieren sich ehrenamtlich, davon anteilig mehr Frauen, die etwa vermehrt Umweltbildungsprogramme oder Naturschutzprojekte umsetzen. Im Vergleich die Gesamtbevölkerung: Hier sind nur 9 Prozent ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz engagiert.


Ansprechpartner mit Expertise vor Ort

Etwa eine Arbeitswoche pro Monat verbringen die Jäger in ihren Revieren in Wald und Feld. Sei es für Revierarbeiten, wie Biotoppflege und Hochsitzbau oder zur Beobachtung von Wildtieren und zur Jagd. Das macht den Jäger zu einem präsenten Ansprechpartner vor Ort, wenn es um Wild, Jagd und Natur geht.

Auf dem Stand der Technik

Jägerinnen und Jäger sind von gestern? Von wegen! 83 Prozent aller Jäger nutzen das Internet (Gesamtbevölkerung: 80 Prozent ), 82 Prozent haben ein E-Mail-Konto (62 Prozent in der Gesamtbevölkerung) und ein Drittel ist in den sozialen Medien aktiv (27 Prozent in der Gesamtbevölkerung).

Wert der Jagd

Jagd in Deutschland ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Sie dient der Prävention von Wildschäden oder Tierseuchen und hilft dem Artenschutz. Die DJV-Mitgliederbefragung zeigt zudem: Die Jagd ist ein Wirtschaftsfaktor.  Rund 1.570 Euro kostet die Pacht einer Jagd im Schnitt pro Jahr. Etwa 910 Euro pro Jahr geben Jäger für ihren mobilen Untersatz aus, 520 Euro für Reviereinrichtungen, 390 Euro für Handwerkszeug, wie Messer und Waffen, 280 Euro für Jagdbekleidung sowie 270 Euro für Wildschaden. Sonstige Ausgaben, wie etwa Tierarztkosten für den Hund, liegen etwa bei 180 Euro pro Jahr.

Hinzu kommen jährlich rund 220 Euro aus eigener Tasche für Biotoppflege oder Artenschutzmaßnahmen im Revier. Hochgerechnet auf die rund 375.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland, entspricht dies einer Investition von etwa 82,5 Millionen Euro pro Jahr für Naturschutz. Im Schnitt kommt jeder Jäger insgesamt auf Ausgaben von 4.340 Euro pro Jahr. Mit Investitionen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro jährlich kurbeln die Jägerinnen und Jäger die deutsche Wirtschaft an.


Keine Jagd ohne Hund

Der Leitspruch "Jagd ohne Hund ist Schund" wird unter Jägern beherzt: In zwei Dritteln aller Jägerhaushalte ist mindestens ein Jagdhund vorhanden. Im Bundesschnitt besitzen nur etwa 11 Prozent aller Haushalte einen Hund. Dabei sind Vorstehhunde, wie etwa Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar oder Weimaraner unter Jägern besonders beliebt. In jedem vierten Jägerhaushalt kommt ein vielseitig einsetzbarer Vorstehhund vor. Dicht gefolgt von Teckeln (12 Prozent), Apportierhunden (10 Prozent) und Terriern (8 Prozent).


Verantwortung für's Wild

87 Prozent aller Jäger nutzt den Schießstand mindestens ein Mal pro Jahr, um zu trainieren. Nahezu die Hälfte aller Jäger geht jährlich sogar 3 Mal und mehr auf den Stand.

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Quellen:

Vergleichszahlen aus unterschiedlichen Quellenangaben:

Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahre: DeStatis (Alter, Geschlecht, Haushalt), GMS-Politikbus (Berufstätigkeit)Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahre: Deutsches Freiwilligensurvey (2014)Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahre: ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 (Kommunikationverhalten)Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland: Statista 2016: Haustierbesitzer in Deutschland nach Anzahl von Hunden im Haushalt von 2010 bis 2015

Quelle: DJV



 

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